Kunst richtig platzieren & aufhängen: So wird dein Kunstwerk zum Blickfang
Du hast ein Kunstwerk gefunden, das wie für dich gemacht ist?
Vielleicht war es Liebe auf den ersten Blick, vielleicht hast du lange nach genau diesem Bild gesucht oder es wurde sogar eigens für dich angefertigt.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch eines: der richtige Platz. Denn wo und wie ein Bild hängt, macht den Unterschied.
Die gute Nachricht: Du brauchst weder komplizierte Berechnungen anstellen noch besonderes handwerkliches Geschick. Mit ein paar einfachen Grundregeln findest du schnell einen Platz, an dem dein Kunstwerk richtig zur Geltung kommt. 😊
Dein Werkzeug
Für die meisten Bilder brauchst du nicht viel:
Hammer und Nagel
Meterstab oder Maßband
Bleistift zum Markieren
eventuell eine Wasserwaage
Bevor du loslegst, lohnt es sich allerdings, noch ein paar Gedanken zur Platzierung deines Kunstwerks zu investieren. Denn ein Loch ist schnell in der Wand - die richtige Stelle dafür will etwas besser überlegt sein.
Bo Jack Horseman - 150cm x 100cm
1. Trau dich an größere Formate
Viele Menschen wählen Bilder für ihre Räume, die eher zu klein sind als zu groß. Gerade an einer großen, freien Wand wirkt ein kleines Kunstwerk schnell verloren .
Ein großes Bild schafft dagegen einen klaren Blickfang und kann dem Raum Ruhe geben. Statt eine große Wand mit vielen kleinen Deko-Objekten zu füllen, kann ein einzelnes ausdrucksstarkes Werk wesentlich stärker wirken.
TIPP:
Wenn du dir bei der Größe unsicher bist, kannst du die Außenmaße des gewünschten Bildes mit Malerkrepp an der Wand markieren. Alternativ kannst du Papier oder Karton in der entsprechenden Größe an die Wand halten. So bekommst du ein viel besseres Gefühl für die tatsächlichen Proportionen.
Gerade bei größeren Kunstwerken kann auch ein digitales Raumbeispiel helfen. Anhand eines Fotos des späteren Platzes lässt sich bereits vor dem Kauf einschätzen, wie das Format im Verhältnis zu Möbeln und Wandfläche wirkt. Wenn du von diesem kostenlosen Service Gebrauch machen möchtest, kontaktiere mich gerne.
2. Zuerst der Platz, dann der Nagel
Nicht jede freie Wand ist automatisch ein guter Platz für ein Kunstwerk.
Schau dir deshalb zunächst den gesamten Raum an. Wohin fällt dein Blick, wenn du ihn betrittst? Welche Wand siehst du besonders häufig? Wo kann das Kunstwerk wirken, ohne mit Fernseher, Regal, Pflanzen und anderen Dekorationen um Aufmerksamkeit buhlen zu müssen?
Ein ausdrucksstarkes Gemälde kann beispielsweise wunderbar gegenüber einer Tür, über einem Sideboard, Sofa oder Bett oder an einer ansonsten ruhigen Wand funktionieren.
3. Die richtige Höhe
Einer der häufigsten Fehler beim Aufhängen von Bildern ist die Höhe.
Manche Bilder kleben förmlich unter der Zimmerdecke und verlieren so die optische Verbindung zum restlichen Raum. Bei einer freien Wand ist man deshalb gut beraten, die Bildmitte ungefähr auf Augenhöhe (vom Boden etwa 145 - 150cm) zu platzieren.
Hängt dein Kunstwerk über einem Sofa, Sideboard, Bett oder einer Kommode, solltest du dich dagegen stärker am Möbelstück orientieren. Zwischen der Unterkante des Bildes und dem Möbelstück sind etwa 20 bis 30cm Abstand ein guter Richtwert. So gehören Bild und Möbelstück optisch zusammen, ohne dass das Kunstwerk direkt auf dem Möbel zu sitzen scheint.
Natürlich ist auch das keine starre Vorschrift. Bei einem besonders großen Bild, einem niedrigen Sideboard oder ungewöhnlichen Raumproportionen kann ein anderer Abstand besser aussehen.
Hast du die richtige Position gefunden, markierst du den Befestigungspunkt leicht mit einem Bleistift. Wichtig: Miss nicht nur die gewünschte Position des Bildes aus, sondern berücksichtige auch, wo sich die Aufhängung auf seiner Rückseite befindet.
4. Achte auf die Proportionen
Hängt ein Kunstwerk über einem Möbelstück, spielt neben der Höhe auch die Größe des Bildes eine wichtige Rolle.
Als Faustregel kannst du dir merken: Ein Bild beziehungsweise eine zusammengehörige Bildergruppe darf ungefähr zwei Drittel der Breite des darunter stehenden Möbelstücks einnehmen.
Ein 60cm breites Bild über einem drei Meter breiten Sofa wird beispielsweise schnell verloren wirken. Ein großzügigeres Format schafft dagegen ein ausgewogenes Verhältnis.
Die Zwei-Drittel-Regel ist auch hier wieder nur eine Orientierung. Architektur, Bildformat, Einrichtung und die gewünschte Wirkung können durchaus dafür sprechen, davon abzuweichen.
Am Ende zählt der Gesamteindruck.
Der Dschungel - 180cm × 180cm
5. Lass deinem Kunstwerk genügend Raum
Nicht jede freie Stelle rund um ein Kunstwerk muss ausgefüllt werden. Kunst darf für sich wirken.
Vasen, Kerzen, Pflanzen, Fotografien und andere Dekorationen können einen Raum wohnlich machen. Befindet sich jedoch zu viel unmittelbar um ein Kunstwerk herum, konkurrieren all diese Elemente miteinander.
Freie Fläche rund um das Bild ist keineswegs verschenkter Platz. Sie gibt dem Auge Ruhe und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Kunstwerk.
6. Dein Bild muss nicht zu deinen Sofakissen passen - sondern zu dir! 😉
Bei der Auswahl von Kunst wird häufig zuerst auf die Farben der Einrichtung geschaut: Passt das Blau zum Teppich? Findet sich der Farbton der Couch im Bild wieder? Harmoniert das Bild mit den Vorhängen?
Natürlich kann ein Kunstwerk Farben aus einem Raum aufgreifen. Muss es aber keineswegs.
Kunst darf auffallen und Kontraste schaffen. Ein farbintensives Werk kann gerade in einem sehr reduzierten Raum besonders spannend wirken. Ein ruhiges Bild kann wiederum einen Gegenpol zu einer lebhaften Einrichtung bilden.
Für mich ist deshalb eine andere Frage (vor dem Kauf) viel wichtiger:
Möchtest du dieses Kunstwerk jeden Tag ansehen? 😊
7. Das richtige Licht
Licht beeinflusst die Wirkung eines Kunstwerks enorm. Farben, Kontraste und Oberflächen können bei guter Beleuchtung deutlich intensiver wahrgenommen werden.
Ideal ist ein Platz mit angenehmem Tageslicht und guter Raumbeleuchtung. Wer sein Kunstwerk zusätzlich in Szene setzen möchte, kann mit einem Deckenspot oder einer Bilderleuchte arbeiten (die gibt es auch in kabellos und aufladbar 😉).
Dabei sollte das Licht möglichst gleichmäßig auf das Werk fallen und weder unangenehm blenden noch starke Reflexionen verursachen.
Was du dagegen möglichst vermeiden solltest, ist dauerhafte direkte Sonneneinstrahlung. Meine Bilder werden zwar mit einem UV-Schutz versehen, trotzdem kann direkte UV-Strahlung Farben und Materialien langfristig verändern oder ausbleichen.
Ein heller Raum ist also wunderbar - die pralle Mittagssonne direkt auf dem Kunstwerk eher nicht.
8. Vermeide Feuchtigkeit und starke Temperaturschwankungen
Neben dem Licht ist auch das Raumklima nicht zu vernachlässigen.
Hohe Luftfeuchtigkeit sowie starke oder häufige Temperaturschwankungen können einem Kunstwerk auf Dauer zusetzen. Leinwand, Holz und Papier reagieren auf Veränderungen ihrer Umgebung und können sich beispielsweise ausdehnen oder zusammenziehen.
Sehr feuchte Räume sind deshalb für die meisten Kunstwerke ungeeignet. Auch unmittelbar über einem Heizkörper, neben einem Ofen oder an anderen Stellen mit starken Temperaturschwankungen würde ich ein Gemälde nicht platzieren.
Ideal ist ein möglichst konstantes, normales Wohnraumklima.
9. Jetzt darf der Nagel in die Wand
Wenn Größe, Höhe und Position feststehen, geht’s ans Praktische.
Für die meisten Kunstwerken genügt ein Nagel oder Bilderhaken. Setze ihn an deiner Markierung an und schlage ihn vorsichtig in die Wand.
Findet ein Nagel in deiner Wand keinen ausreichenden Halt oder ist das Kunstwerk inklusive Rahmen schwerer, solltest du auf eine geeignete Befestigung mit Dübel und Schraube zurückgreifen. Welche Befestigung die richtige ist, hängt von der Wandbeschaffenheit, dem Gewicht des Kunstwerks und seiner Aufhängung ab.
Bei besonders großen oder schweren Werken können zwei Befestigungspunkte sinnvoll sein. Dadurch verteilt sich das Gewicht und das Bild lässt sich stabiler ausrichten.
Anschließend kannst du dein Kunstwerk aufhängen. Mit einer Wasserwaage kontrollierst du bei Bedarf, ob es gerade hängt. Dann ein paar Schritte zurücktreten und den Gesamteindruck betrachten; denn aus etwas Entfernung lässt sich die Wirkung viel besser beurteilen.
10. Große Kunstwerke müssen nicht unbedingt hängen
Wer sagt eigentlich, dass jedes Kunstwerk einen Nagel braucht?
Gerade sehr große Formate können auch direkt auf dem Boden stehen und locker an die Wand gelehnt werden. In einem modernen, großzügigen Raum kann das ausgesprochen lässig wirken und ein wenig Atelieratmosphäre ins eigene Zuhause bringen.
Wichtig ist allerdings, dass das Werk stabil und geschützt steht. Es sollte weder leicht umgestoßen werden können noch an einem Ort stehen, an dem ständig jemand daran vorbeiläuft. In Haushalten mit Kindern, Tieren oder einem Staubsaugerroboter sollte ein angelehntes großes Bild zusätzlich gegen Umkippen gesichert werden.
Zu guter Letzt
Bei all diesen Tipps solltest du eines nicht vergessen: Dein Zuhause ist keine Galerie, in der jedes Bild auf den Zentimeter genau an der Wand hängen muss.
Regeln zu Größe, Höhe und Proportionen sind hilfreich. Am Ende muss aber das Ergebnis für dich passen😊
PS:
Wenn du dich für eines meiner Kunstwerke entscheidest und im Umkreis von 50 km wohnst, liefere ich es dir gerne persönlich nach Hause. Und wenn du möchtest, freue ich mich, wenn wir gemeinsam den perfekten Platz dafür finden und dein Kunstwerk direkt aufhängen😊
Worüber ich mich in jedem Fall immer freue, ist ein Foto von deinem Kunstwerk bei dir Zuhause!